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Mit dem Kappzaum longieren – Ausrüstung und erste Übungen

Durch die Bodenarbeit und das Longieren deines Pferdes am Kappzaum bringst du Abwechslung und Flexibilität in seinen Alltag. In diesem Beitrag zeigen wir dir, wie du dein Pferd richtig am Kappzaum trainierst.

Falls du noch nicht den passenden Kappzaum für dich und dein Pferd gefunden hast, erfährst du in unserem Blogbeitrag zum Kappzaum Kauf, worauf du achten solltest.


So wirkt der Kappzaum

Über den mittig auf dem Nasenriemen platzierten Ring des Kappzaums wirken Impulse sehr präzise und direkt auf Nase und Genick des Pferdes ein. Dies ermöglicht dir, dein Pferd über die Longe sehr fein zu steuern. Mit dem Kappzaum hast du die Möglichkeit, von Nase bis Schweif auf den Rücken deines Pferdes einzuwirken. So wird eine Längsbiegung und Stellung erreicht. Daher werden auch keine Hilfszügel oder Ausbinder benötigt, die das Pferd in eine bestimmte Position zwingen und einrahmen. Es lernt, sich selbst auszubalancieren und zu tragen. Man spricht auch davon, dass sich beim Longieren am Kappzaum der eigentliche Trainingszustand eines Pferdes zeigt.


Warum du dein Pferd am Kappzaum longieren solltest

Für manche ist das Longieren nur eine Möglichkeit, das Pferd schnell bewegen zu können, wenn mal wieder nicht genügend Zeit zum Reiten ist. Jedoch ist die Longenarbeit enorm wichtig für die Ausbildung deines Pferdes und sollte nicht unterschätzt werden. Denn die Arbeit an der Longe und die Bodenarbeit setzen die Grundbausteine einer guten Pferdeausbildung.

Pferde können von Natur aus nicht auf einer gebogenen Linie laufen. Ähnlich wie ein Motorradfahrer in der Kurve, lehnen sie sich in der Biegung nach innen und nehmen eine Außenstellung ein.

Indem du dein Pferd longierst, wirkst du dieser natürlichen Schiefe entgegen. Dein Pferd lernt, sich auf einer gebogenen Linie zu biegen und nach innen zu stellen, ohne auf seine innere Schulter zu fallen und sich auszubalancieren. Hierbei wird die Rückenmuskulatur ganz ohne Reitergewicht gestärkt, die Hinterhand deines Pferdes wird aktiviert und tritt richtig unter den Schwerpunkt. Es lernt, sich selbst besser zu tragen.


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Benötigte Ausrüstung zum Longieren

Als Grundausrüstung für die Bodenarbeit benötigst du, neben einem passenden Kappzaum für dein Pferd und festem Schuhwerk, ein Bodenarbeitsseil und eine geeignete Gerte oder Bogenpeitsche. Wenn du Longieren möchtest, brauchst du zusätzlich noch eine Longe und eine Longierpeitsche. 

Gerade bei der Jungpferdeausbildung am Kappzaum sind zusätzliche Handschuhe sehr empfehlenswert. So minimiert du die Verletzungsgefahr. Denn wenn dein Pferd plötzlich losstürmt und die Longe durch die Hand zieht, können schlimme Verbrennungen die Folge sein.


Nahaufnahme Nasenteil am Serreta Kappzaum Iberico mit drei Ringen bei Picadera
Perfekte Begleiter für die Ausbildung deines Pferde: Kappzaum Serreta Iberico und Hanflonge Canamo

Mit dem Kappzaum longieren

Sobald du einen passenden Kappzaum für dich und dein Pferd gefunden hast, kannst du mit der Arbeit an der Longe loslegen. Dein Pferd soll nun lernen, sich an die Impulse des Kappzaums zu gewöhnen, sich weich im Genick nach innen zu stellen und eine Dehnungshaltung einzunehmen.

Zu Beginn empfiehlt es sich, im Schritt zu starten und erstmal nur in großen Schritten neben dem Pferd in kleinen Zirkeln zu laufen. Wenn dein Pferd sich an den Kappzaum gewöhnt hat, gelernt hat, sich locker im Genick zu stellen und sich zu biegen, kannst du auf einer kleinen Zirkellinie den Abstand zwischen euch vergrößern. 

Wichtig: Lass dein Pferd zu Beginn in seiner eigenen Geschwindigkeit und seinem Rhythmus laufen. Dies muss nicht zwingend im Schritt sein, solange dein Pferd im Takt bleibt und nicht das Gleichgewicht verliert. Denn verliert dein Pferd das Gleichgewicht, legt es sich immer mehr in die Kurve. Biegung und Stellung sind dann nicht mehr möglich.

Läuft dein Pferd locker nach innen gestellt in einer schönen Dehnungshaltung, kannst du nach und nach den Zirkel vergrößern und das Bodenarbeitsseil sowie die Gerte gegen Longe und Longierpeitsche tauschen. Zu Beginn kannst du noch neben deinem Pferd auf dem Zirkel herlaufen. So erleichterst du ihm die Biegung. Später solltest du an einem festen Platz in der Mitte des Longierzirkels stehen.

Klappt dies im Schritt gut und greift dein Pferd im Schritt weiter aus, ohne die Dehnungshaltung zu verlieren, kannst du nach und nach kleine Sequenzen im Trab einbauen. Wenn du merkst, dass dein Pferd sich im Genick verspannt oder den Kopf zu sehr hebt, solltest du wieder zum Schritt durchparieren.

Kann dein Pferd die Dehnungshaltung im Trab länger halten, kannst du die Trabsequenzen verlängern, das Tempo erhöhen und Schritt-Trab Übergänge mit einbauen.

Ist dein Pferd im Schritt und Trab ausbalanciert und hat keine Probleme, auch bei Übergängen in Dehnung zu bleiben, könnt ihr den Galopp mit in euer Longentraining aufnehmen.


Handwechsel an der Longe mit dem Kappzaum

Da der mittlere Ring, an welchem die Longe zum Longieren am Kappzaum verschnallt ist, drehbar gelagert ist, musst du für einen Handwechsel die Longe nicht umständlich umschnallen. Zu Beginn solltest du an der Longe mit deinem Pferd den einfachen Handwechsel üben.

Später kommt dann der fließende Handwechsel hinzu.

Um den einfachen Handwechsel einzuleiten, wird dein Pferd zuerst mit Hilfe der Stimme aufmerksam gemacht und dann von dir aufgefordert, nach innen abzuwenden und auf dich zuzukommen.

Dabei gehst du leicht rückwärts, während die Longe gespannt bleibt. Befindet sich dein Pferd auf einer geraden Linie vor dir, hältst du es an. Loben nicht vergessen! Nun wechseln Peitsche und Longe in die andere Hand. Als nächstes lässt du die Vorhand deines Pferdes in die neue Richtung weichen und schickst es wieder hinaus auf den Zirkel.

Wenn der einfache Handwechsel gut sitzt, kannst du mit dem fließenden Handwechsel starten. Diesen leitest du genauso ein, wie den einfachen Handwechsel, nur bleibt dein Pferd nicht auf gerader Linie stehen, sondern wechselt direkt mit einer Vorhandwendung in die neue Richtung, während du rückwärts läuft. Mit etwas Übung ist der fließende Handwechsel in allen Gangarten möglich!


Jungpferdeausbildung an Longe und Kappzaum

In der Jungpferdeausbildung ist ein Kappzaum aufgrund seiner präzisen und direkten Einwirkungsmöglichkeit ein gern gesehenes Hilfsmittel. Hat dein Pferd den Kappzaum bereits in der Bodenarbeit kennengelernt, kannst du kleinere Einheiten an der Longe mit einbauen.

Sinn des Longierens deines Jungpferdes ist, wie auch bei der Bodenarbeit ihm die Hilfen für das spätere Reiten zu erklären. Anders als bei der Bodenarbeit, erklärst du deinem Pferd an der Longe die Hilfen aus einer anderen Position. Zusätzlich werden durch das Longieren am Kappzaum Biegung und Stellung gefördert. Dein Pferd lernt, sich auf einer gebogenen Linie zu dehnen und sich auszubalancieren. Überfordere dein Pferd nicht, sondern gib ihm genug Zeit, sich an Kappzaum und das Longieren zu gewöhnen und vergiss vor allem das Loben nicht!

Falls du möchtest, kannst du während dem Training mit dem Kappzaum bereits damit beginnen, dein Pferd an ein Gebiss zu gewöhnen. Verwendest du einen Multifunktions-Kappzaum, hast du die Möglichkeit, mit Hilfe von Gebissriemen ein Gebiss flexibel einzuschnallen.

Hat dein Kappzaum diese Funktion nicht, kannst du ein Gebiss auch mit einem zusätzlichen Semizaum kombinieren. Dieser wird dann mit Gebiss über dem Kappzaum verschnallt.


Kappzaum Serreta Iberico kombiniert mit Semizaum und Gebiss an Rappe bei Picadera
Kappzaum Serreta Iberico hier kombiniert mit einem Semizaum und Gebiss

Bodenarbeit mit dem Kappzaum

Durch die Bodenarbeit hast du die Möglichkeit, dir ein besonderes Verhältnis zu deinem Pferd aufzubauen. Eure Kommunikation und auch die Beziehung wird durch das Training vom Boden aus gestärkt. Du lernst, wie dein Pferd auf einzelne Situation reagiert und kannst nach und nach immer besser seine Körpersprache lesen. Zusätzlich ist die Bodenarbeit eine tolle Alternative zum Reiten oder Longieren.

Der Kappzaum ist für die Bodenarbeit, dank seiner Wirkungsweise und präzisen Einwirkungsmöglichkeit, ein idealer Ausrüstungsgegenstand. Denn du kannst mit ihm dein Pferd bereits während der Bodenarbeit gymnastizieren und es mit Übungen wie Biegungen, Stellungen und Seitengänge vertraut machen. So bereitest du es auf die spätere Arbeit an der Longe vor oder profitierst bereits beim Reiten davon.


Hilfreiche Tipps für Boden- und Longenarbeit

  • Wie beim Reiten auch sollte dein Pferd zum Aufwärmen vor dem Longieren 10-15 Minuten im Schritt gehen.
  • Sei konsequent und achte auf eine korrekte Hilfengebung.
  • Achte auf deine Körpersprache und deine Körperhaltung.
  • Halte die Longe während dem Longieren in konstanter Anlehnung zu deinem Pferd und achte darauf, dass du sie nicht zu tief hältst. Sonst besteht die Gefahr, dass dein Pferd sich in der Longe verheddert.
  • Wickle die Longe nicht um deine Hand. Erschreckt sich dein Pferd zieht sich die Longe fest um deine Hand und du könntest dich schwerwiegend verletzten.
  • Um dein Pferd auf beiden Händen gleichmäßig zu arbeiten und um eine einseitige Belastung zu vermeiden, solltest du regelmäßig die Hand wechseln.
  • Der Kappzaum sollte für dein Pferd die richtige Passform haben und korrekt verschnallt sein.
  • Überfordere dein Pferd nicht beim Longieren. Gerade junge Pferde müssen noch lernen auf einer Kreislinie zu laufen und sich auszubalancieren.
  • Baue Abwechslung mit ein: Übergänge, Tempowechsel oder Stangenarbeit fördern Konzentration und Koordination.
  • Loben nicht vergessen!

Wichtiger Bestandteil der Pferdeausbildung

Die Boden- und auch Longenarbeit gilt als essentieller Bestandteil der Ausbildung junger Pferde als auch für bereits gerittene Pferde. Der Sinn des Longentrainings ist nicht das reine Müde machen oder das zeitsparende Bewegen des Pferdes und sollte auf keinen Fall unterschätzt werden. Denn bei korrekter Ausführung lassen sich beim Longieren am Kappzaum viele positive Ergebnisse erzielen, von denen du auch als Reiterin unter dem Sattel profitieren kannst.

Ausrüstung für Bodenarbeit und Longieren bei Picadera

Myriam Scotti
Myriam Scotti

Hallo, ich bin Myriam und kümmere mich bei Picadera um den Kund:innen Service und um den Versand. Zusätzlich mache ich gerade eine Weiterbildung im Bereich Marketing.
Da in meiner Familie Pferde schon immer eine große Rolle gespielt haben, konnte ich bereits in jungen Jahren so einiges an Erfahrung sammeln. So gehören auch seit einiger Zeit die beiden englischen Vollblüter Antarro und Belle Indomita zur Familie.
Zusätzlich ist meine Reitbeteiligung Lukas, ein deutsches Reitpony, seit vielen Jahren mein treuer Begleiter. Ein ziemlich guter Lehrmeister, der mich schon so einiges gelehrt und mich in meinem reiterlichen Können weitergebracht hat. Da Lukas mittlerweile das Rentenalter erreicht hat, verbringen wir unsere Zeit hauptsächlich mit schönen Ausritten im Gelände und freier Arbeit vom Boden aus.

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