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Working Equitation Trail – Der Stier

Dieses Working Equitation Trail Hindernis hat seinen Ursprung in der Arbeit mit Rindern. Es besteht aus drei Teilen: Das Aufnehmen der Stange bzw. Garrocha, das Ringstechen am Stier und das Abstellen der Stange. Warum dieses Trailhindernis einiges an Geschick und Übung verlangt, wie es aufgebaut wird und welche Schwierigkeiten entstehen können, erfährst du in diesem Blogbeitrag.


Aufbau

Für dieses Hindernis der Working Equitation werden zwei Tonnen oder Fässer benötigt. Sie müssen so groß und standfest sein, dass die Stange gut darin stehen bleiben kann. Außerdem braucht man eine 2 bis 3m lange Holzstange bzw. Garrocha. Die Stange sollte mindestens ein Durchmesser von 2,5 cm haben und an einem Ende eine Spitze oder zumindest konisch zulaufen. Des Weiteren wird eine Stier Attrappe benötigt, an der ein Ring mit einem Durchmesser von mindestens 15 cm befestigt wird. Der Ring kann am Kopf des Stieres, z.B. zwischen den Hörnern, oder aber am Rücken angebracht werden. Auf jeden Fall sollte er nicht zu niedrig positioniert werden, damit man ihn auch von einem größeren Pferd aus gut stechen kann. Außerdem hat es sich in der Praxis bewährt, den Ring in der Halterung mit einem Magneten zu befestigen. Steht kein Stier zur Verfügung, kann der Ring auf einem Ständer angebracht werden.

💡 In den niedrigen Turnierklassen in der Working Equitation wird in der Regel eine ca. 2 m lange Holzstange genutzt, die das Handling etwas leichter macht. Erst in den höheren Klassen kommt eine „richtige“ Garrocha zum Einsatz, die 3 bis 3,60m lang ist und vom Gewicht her deutlich schwerer ist. Das Ringstechen mit einer echten Garrocha ist durch die Länge und das Gewicht erheblich anspruchsvoller.


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Aufgabe

Der Stier als Working Equitation Trail Hindernis besteht aus drei Teilen:

Das Aufnehmen der Garrocha

Die Reiter:in nähert sich der Tonne in der Gangart, die in der entsprechenden Leistungsklasse verlangt wird. Dann wird die Stange mit der gewählten Arbeitshand aufgenommen, so dass der Daumen oben ist. Die Spitze der Garrocha zeigt nach vorne und unten, seitlich am Pferdekopf vorbei. Das Ende der Garrocha kann die Reiter:in sich unter dem Arm klemmen.


Reitern zeigt die richtige Haltung der Garrocha und reitet den Stier an bei Picadera

Das Ringstechen

Dann wird der Ring bei der Stierattrappe gestochen. Hier sind Geschick und Treffsicherheit nötig. Hat man den Ring erwischt, nimmt man die Spitze der Garrocha hoch, damit der Ring an der Stange Richtung Reiterinnenhand rutscht, dann kann er mit dem Daumen stabilisiert werden. Diese Technik verhindert auch, dass der Ring auf den gesamten Arm rutscht.


Reiterin zeigt der Ring am Stier gestochen wird bei Picadera

Das Abstellen der Garrocha

Zum Abschluss wird die Stange zusammen mit dem Ring in die zweite Tonne gestellt. Dies macht die Reiter:in wiederum mit der gewählten Arbeitshand und in der Gangart, die gefordert ist. 

💡Dieses Working Equitation Trail Hindernis ist aus der Rinderarbeit entstanden. Die Rinderhirten (Vaqueros) nutzen die Garrocha bzw. eine Holzstange mit Metallspitze, um die Rinder zu treiben und zu sortieren. Bei der Rinderarbeit wird die Spitze der Stange bzw. Garrocha nicht auf dem Boden abgesetzt, damit sie nicht beschädigt oder beschmutzt wird. Aus diesem Grund muss auch im Trail die Spitze beim Aufnehmen und Abstellen immer nach oben zeigen und darf den Boden nicht berühren!


Tipps & Tricks

Dieses Trailhindernis der Working Equitation hat es schon etwas in sich. Hier sind mögliche Schwierigkeiten, die auftreten können und passende Lösungsvorschläge:

1. Du kannst die Stange bzw. Garrocha nicht aufnehmen oder absetzten


Das Aufnehmen und Absetzen der Stange ist zu Beginn gar nicht so einfach wie es aussieht und bedarf etwas Übung!

So klappt`s:

Übe die richtige Technik zunächst im Schritt oder im Halten. Nimm dir die einzelnen Abläufe Schritt für Schritt auseinander und mache dich in Ruhe damit vertraut.

2. Dein Pferd hat Angst vor der Stange

Manche Pferde fürchten sich zunächst vor der Stange und/oder wenn sie die Reiter:in damit hantieren sehen. Sie scheuen, versuchen auszuweichen oder davonzustürmen.

So klappt`s:

Nimm dir die Zeit, dein Pferd mit der Stange vertraut zu machen. Du kannst auch absteigen und sie ihm zunächst am Boden zeigen. Lass es daran schnuppern und berühre es damit am Körper. Manchmal dauert es eine Weile, bis das Pferd die Stange und Bewegungen damit akzeptiert.

3. Dein Pferd fürchtet sich vor dem Stier

Pferde reagieren sehr unterschiedlich auf die Stierattrappe. Einige sind total cool, gelassen und fast schon desinteressiert. Andere haben grundsätzlich Angst vor Rindern und es reicht auch ein Stier aus Holz oder Plastik, um sie aus der Fassung zu bringen.


Reiterin zeigt in der Working Equitation das Stechen des Rings bei Picadera
Es ist für das Pferd gar nicht so leicht, mutig direkt auf den Stier zuzugaloppieren. Hier hilft es, es mit den Hilfen besonders gut einzurahmen und ihm dadurch Sicherheit zu geben.

So klappt´s:

Zeige zunächst am Boden deinem Pferd den Stier. Es darf in Ruhe schauen und schnuppern und wird so wahrscheinlich schnell seine Furcht verlieren. Bei manchen Vierbeinern ist es aber auch besser, dem Stier gar nicht so viel Bedeutung zu schenken, ihn emotionslos zu umrunden und das Pferd eher vom Stier weg zu stellen, getreu dem Motto: „Der interessiert uns eigentlich gar nicht!“

4. Du triffst den Ring nicht

Hast du mal Ringreiten oder Mounted Games gemacht? Dann hast du evtl. einen kleinen Vorteil beim Ringstechen. Einigen fällt es aber einfach sehr schwer, den Ring zu treffen.

So klappt´s:

Üben, üben, üben und gut zielen!

5. Du kannst dein Pferd schlecht einhändig reiten

Du bist bisher wenig einhändig geritten und es fällt dir schwer, dein Pferd so zu navigieren?

So klappt´s:

Nimm dir im Vorfeld die Zeit, dein Pferd mit der einhändigen Zügelführung vertraut zu machen. Die meisten Pferde laufen viel besser, weil die Zügel links und rechts gleichmäßig am Hals anliegen, die Reiter:in nicht so viel an den Zügeln „zubbeln“ kann und den Vierbeiner weniger stört.

6. Takt und Tempo gehen verloren

Viele Pferde verlieren den Takt, wenn du die Tonnen oder den Stier anreitest. Manche werden auch langsamer oder beschleunigen plötzlich.

So klappt´s:

Zähle gedanklich im Takt mit und achte auf ein Wohlfühltempo, das ihr gut halten könnt.


Das Ringstechen mit Stange bzw. Garrocha aufnehmen und abstellen in der Turnierprüfung:

(nach WED e.V. Turnierreglement Stand 2023)

Welche Gangart?

Auf dem Turnier wird dieses Trailhindernis je nach Leistungsklasse in einer bestimmten Gangart geritten:

WE: Anritt im Trab oder Schritt und das Stange Aufnehmen im Schritt oder auch im Halten. Im Halten wird jedoch eine niedrigere Wertnote (maximal 6) vergeben.

WA: Anritt im Trab oder Galopp, Stange aufnehmen im Trab oder Galopp. Trab wird allerdings mit einer maximalen Wertnote von 6 bewertet.

WL, WM, WS: Anritt im Galopp, Stange aufnehmen im Galopp

Ist die rechte Hand die gewählte Arbeitshand, wird im Rechtsgalopp angeritten, ist es die linke Hand im Linksgalopp!

Position der Stange:

Vor dem Start der Prüfung darf die Reiter:in die Jurypräsident:in um eine andere Position der Stange in der Tonne bitten. Sie darf die Position der Stange aber nicht selbst verändern, nur der oder die Jurypräsident:in oder eine vom Veranstalter beauftragte Person. Ansonsten wird die Reiter:in disqualifiziert.

Eine Linie:

Werden Stange aufnehmen, Ringstechen und Stange abstellen als ein Hindernis (und nicht drei separat nummerierte Hindernisse) ausgeschrieben, darf die Linie zwischen Tonnen und Stier zuvor nicht gekreuzt werden. Falls nicht genug Platz zur Verfügung steht, können die Linien von den Richter:innen freigegeben werden. Dies sollte man schon bei der Parcours-Begehung erfragen.

Umrunden der Tonne:

Vor dem Aufnehmen und Absetzen der Stange bzw. Garrocha darf die Tonne einmal umrundet werden. Für das Ringstechen hat man nur einen Versuch.

Disqualifikationsgründe:

Wird die Stange nicht aufgenommen, fallen gelassen und nicht aufgehoben, eine Tonne umgeworfen und nicht wieder aufgestellt, wird die Stange nicht vom Pferd aus zurückgestellt oder fällt sie wieder aus der Tonne heraus und wird nicht wieder aufgehoben, kommt es leider zur Disqualifikation.

Wichtig: Wenn dir die Garrocha beim Abstellen wieder aus der Tonne springt oder fällt, gilt das Hindernis als nicht abgeschlossen. In diesem Fall musst du absteigen, sie aufheben, mit der Garrocha in der Hand wieder aufsteigen und sie mit deiner Arbeitshand wieder vom Pferd aus in der Tonne abstellen.

Variationen:

Dieses Working Equitation Trail Hindernis besteht aus drei festen Teilen. Nachdem du die Garrocha aufgenommen hast, darf nur der Ring gestochen werden und dann die Stange wieder abgestellt werden. Erst in der WS sind Variationen möglich, z.B. kann mit der Garrocha in der Hand ein Sprung, der Pferch, die zwei Tonnen oder ein anderes Working Equitation Hindernis verlangt werden.


Geschick und Treffsicherheit beim Stier im Working Equitation Trail

Das Ringstechen inklusive Garrocha aufnehmen und abstellen ist wirklich ein kniffliges Working Equitation Trail Hindernis. Es fordert viel Geschick und Treffsicherheit vom/ von der Reiter/in. Dein Pferd sollte gut vorbereitet und mit den einzelnen Aufgaben in Ruhe vertraut gemacht werden. Zu guter Letzt ist dieses Trailhindernis aber auch eine perfekte Überprüfung, ob ihr als Team funktioniert und dein Vierbeiner mit dir zusammenarbeitet. Außerdem macht es einfach riesigen Spaß!


Hier findest du eine tolle Auswahl an Produkten, für die Working Equitation:

Andrea Blochwitz
Andrea Blochwitz

Ich bin Andrea, liz. Trainerin B für klassisch-barocke Reiterei und Prüferin Breitensport. Unter dem Motto: „Spaß mit Pferden“ bin ich als mobile Trainerin in Kiel und Umgebung unterwegs. Am Herzen liegt mir eine vielseitige und faire Pferdeausbildung. Von klassisch-barocker Dressur, Arbeit an der Hand, Langzügel, Longieren am Kappzaum, Doppellonge, Zirkuslektionen, Reiten im Damensattel, mit der Garrocha oder Halsring, Working Equitation, Freiarbeit, Gelassenheitstraining und Sitzschulung ist alles möglich. Ich bin leidenschaftliche Showreiterin und durfte schon bei vielen Pferdeveranstaltungen und Messen mitwirken. Mein Herz schlägt besonders für meinen Welsh Cob Wallach „Arvalon Mardi Grass“, den ich selbst ausgebildet habe. Ich freue mich sehr, das Picadera Team als Autorin unterstützen zu dürfen und stehe euch gerne mit Rat und Tat zur Verfügung!

Foto: Stefanie Blochwitz Fotografie

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